Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs begeht 4. Geburtstag

Berlin, 13. Juli 2018 Fünf wirkungsvolle Projekte und Hilfeangebote kann die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs zu ihrem 4. Geburtstag am Samstag, 14. Juli 2018, vorweisen: Das JUNGE KREBSPORTAL startete 2015 und bietet den jungen krebskranken Menschen kostenlose und kompetente Beratung im Umfeld der Krebserkrankung. Im selben Jahr wurden die ersten Promotionsstipendien zum Thema „Junge Erwachsene mit Krebs im Alter von 18 bis 39 Jahren“ ausgeschrieben. „Jung & Krebs – Erste Hilfe – Tipps von Betroffenen“ entstand 2016 auf Initiative und in enger Zusammenarbeit mit jungen engagierten Krebspatienten. Im vergangenen Jahr gründeten sich die ersten TREFFPUNKTE der Stiftung. Seit dem Frühjahr 2017 setzt sich die Stiftung an der Seite ihrer Stifterin, der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V., für die Kostenübernahme von fruchtbarkeitserhaltenden Maßnahmen bei jungen Krebspatienten ein.

Auch die Botschafterin der Stiftung und Schauspielerin Lea Marlen Woitack gratuliert herzlich zum gemeinsamen Geburtstag: „Mich berührt die Arbeit unserer Stiftung zugunsten junger Menschen mit Krebs immer wieder, insbesondere das großartige Engagement der jungen Betroffenen, und ich wünsche allen von ganzem Herzen viel Glück und vor allem Gesundheit.“

Über 400 junge Menschen, die an Krebs erkrankt sind oder waren, bringen sich beispielsweise in den TREFFPUNKTEN der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs ein. In insgesamt 16 deutschen Städten und Regionen gibt es diese Gruppen, in denen sich junge Betroffene, Angehörige und Freunde austauschen, gegenseitig Mut machen sowie Aktionen auf Patiententagen o. ä. veranstalten. Diese TREFFPUNKTE gibt es in Augsburg, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Dresden, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Jena, Köln, Magdeburg, Marburg, im Münsterland, Ruhrgebiet, Stralsund und Stuttgart. Weitere sind im Aufbau. Ein ärztlicher Ansprechpartner wird für jeden TREFFPUNKT von der Stiftung organisiert und steht bei Bedarf für medizinische Fragen und mit weiterem Rat zur Verfügung.

Vor wenigen Tagen fand das erste Sommertreffen junger in den TREFFPUNKTEN engagierter Krebspatienten in Deutschland statt. „Mir hat das Treffen Lebensmut und Kraft gegeben. Ich möchte mich auf jeden Fall weiter engagieren, das tut mir gut“, fasst eine junge Betroffene das Wochenende für sich zusammen, und ein anderer junger Patient ergänzt: „Es war eine super Erfahrung, so viele liebe, junge ‚Krebsis‘ zu treffen.“

Das JUNGE KREBSPORTAL bietet jungen krebskranken Männern und Frauen in den Themenbereichen „Sozialrechtliche Fragen“, „Veränderungen im Hormonhaushalt“ und „Immundefekte“ kompetente Beratung von Onkologen, Sozialmedizinern, Endokrinologen, Internisten oder Immunologen. Die beratenden Mediziner engagieren sich seit mehreren Jahren ehrenamtlich in dem JUNGEN KREBSPORTAL. Ein spezieller Konsilzugang ermöglicht auch medizinischen Fachkräften den Austausch mit den erfahrenen Beratern. „Noch in diesem Sommer werden wir den jungen Patienten ein zusätzliches Angebot innerhalb des Portals machen können. Darüber hinaus bedanken wir uns bei den engagierten Fachärzten, die ihre Expertise und ihre Zeit kostenlos zur Verfügung stellen“, erklärt Prof. Dr. med. Diana Lüftner, Vorstand der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs und ergänzt: „Wir freuen uns auch über die Auszeichnung mit dem Springer Medizin CharityAward im vergangenen Oktober für das JUNGE KREBSPORTAL.“

Das Hilfeangebot „Jung & Krebs – Erste Hilfe – Tipps von jungen Betroffenen“ ist von den jungen Krebspatienten initiiert und gemeinsam mit der Stiftung verwirklicht worden. Hier bekommen junge Krebspatienten, die gerade die Diagnose erhalten haben, wertvolle Ratschläge zum Umgang mit der Familie, dem Arbeitgeber oder dem behandelnden Arzt von anderen jungen Krebspatienten, die die Krankheit schon überstanden haben und damit auch Mut machen wollen. „Damit haben wir offensichtlich nicht nur einen Nerv bei den betroffenen jungen Patienten getroffen, sondern auch bei den Ärzten, die die Flyer und die Website mit verschiedenen Video-Clips sehr gern weitergeben und -empfehlen“, stellt Lüftner fest.

Mit dem Projekt „Krebs und Kinderwunsch“ will die Stiftung gemeinsam mit der DGHO die Finanzierung der Frucht­barkeitserhaltung junger Krebspatienten durch die Krankenkassen erreichen. Bisher müssen die jungen Betroffenen die Entnahme und Konservierung ihrer Ei- oder Samenzellen oder ihres Eierstockgewebes selbst finanzieren bei Kosten von bis zu 4.300 Euro. Die Änderung nur eines Satzes im Sozialgesetzbuch V würde eine existenzielle Entlastung für die jungen Patienten schaffen. „Die jungen Patienten und Stiftungsvertreter haben intensive Gespräche mit Bundestagsabgeordneten von Regierung und Opposition geführt“, erklärt der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Prof. Dr. med. Mathias Freund. „Dadurch haben wir die Unterstützung der Arbeitskreise Gesundheit von SPD und CDU/CSU und von Gesundheitsminister Jens Spahn gewinnen können und es gibt einen konkreten Gesetzentwurf der FDP-Fraktion“, so Freund weiter.

Die Vergabe von Promotionsstipendien hat in der Stiftung schon Tradition. Bereits vier Mediziner und eine Kommunikationswissenschaftlerin wurden mit der Wissenschaftsförderung unterstützt. Die Stipendiaten erhalten für die Dauer von einem Jahr monatlich 800 Euro sowie einen einmaligen Sachkostenzuschuss von 400 Euro für Fachliteratur, Teilnahme an Kongressen oder Weiterbildungen.

Pro Jahr erkranken ca. 15.000 junge Frauen und Männer im Alter von 18 bis 39 Jahren an Krebs. Mehr als 80 Prozent von ihnen können geheilt werden. Trotzdem leiden sie häufig an den erheblichen gesundheitlichen, sozialen und finanziellen Folgen der Erkrankung. Die Stiftung ist Ansprechpartnerin für Patienten, Angehörige, Wissenschaftler, Unterstützer und die Öffentlichkeit. Ihre Projekte werden in enger Zusammenarbeit mit den jungen Patienten, Fachärzten sowie anderen Experten entwickelt und bieten direkte Unter­stützung für die Betroffenen.

Die Stiftungsarbeit ist als gemeinnützig anerkannt und wird ausschließ­lich durch Spenden finanziert. „Um diese wunderbare Arbeit weiter zu führen und noch wirkungsvoller zu machen, ist die Hilfe von vielen Menschen nötig. Bitte spenden Sie für die Arbeit der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs“, ruft die Stiftungsbotschafterin leidenschaftlich auf.

Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs ist im Juli 2014 von der DGHO e. V. gegründet worden.

(Die angegebene Genderform vertritt im Text beide Geschlechter.)