Das JUNGE KREBSPORTAL erweitert sein Beratungsangebot

Berlin, 30. August 2017Das JUNGE KREBSPORTAL der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs vergrößert sein Angebot für junge Krebspatienten. Ab dem 30. August 2017 wird das Webportal um den neuen Themenbereich „Immundefekte“ erweitert.

Zwar können heute mehr als 80 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 39 Jahren von ihrer Krebserkrankung geheilt werden, körperliche und/oder psychische Langzeitfolgen, bspw. durch Chemotherapie oder Bestrahlung, wirken allerdings häufig noch Jahre bis Jahrzehnte nach. Im JUNGEN KREBSPORTAL bietet die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs jungen krebskranken Frauen und Männern kompetente und kostenlose Hilfe. Nach der bisherigen Beratung zu sozialrechtlichen Fragen wird am heutigen 30. August 2017 das Portal um den neuen Themenbereich „Immundefekte“ erweitert.

Immundefekte spielen in der Onkologie eine erstzunehmende Rolle. Primäre Immundefekte können mit einem erhöhten Risiko für Tumorerkrankungen assoziiert (z. B. Lymphome) sein. Gerade bei Patienten, bei denen die Tumorerkrankungen in jüngeren Jahren auftritt, kann ein primärer Immundefekt vorliegen. Sekundäre Immundefekte können sich bspw. in Folge von intensiven Tumorbehandlungen, die zu einer Tumorsuppression führen, entwickeln. Junge Patienten bekommen oft eine besonders intensive Therapie, die zu einer entsprechenden nachhaltigen Funktionsstörung des Immunsystems führen kann. (Hier finden Sie mehr Informationen zu Immundefekten.)

„Eine rechtzeitige Behandlung und gute Begleitung der jungen Patienten können eine sehr positive und nachhaltige Wirkung auf deren Situation nach der erfolgreichen Krebstherapie haben“, erklärt Prof. Dr. med. Carmen Scheibenbogen, Leiterin der Immundefekt-Ambulanz für Erwachsene und stellvertretende Direktorin des Institutes für Medizinische Immunologie an der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Prof. Scheibenbogen ist gemeinsam mit ihren Kolleginnen Dr. med. Kirsten Wittke und PD Dr. med. Il-Kang Na ehrenamtliche Beraterin des neuen Bereiches im JUNGEN KREBSPORTAL und hat gleichzeitig dessen wissenschaftliche Leitung inne.

Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs hat das bundesweit einzigartige JUNGE KREBSPORTAL im November 2015 eröffnet. Unter www.junges-krebsportal.de erhalten Frauen und Männer im Alter von 18 bis 39 Jahren, die an Krebs erkrankt sind oder waren und mit den Folgen der Erkrankung kämpfen, Beratung von ehrenamtlich tätigen Onkologen, Sozial­medizinern und anderen Fachärzten und Experten. Für die besondere Altersgruppe unter den an Krebs erkrankten Menschen schließt das Beratungsangebot des JUNGEN KREBSPORTALS eine Lücke. Die jungen Patienten befinden sich häufig noch in ihrer Berufsausbildung oder im Studium, haben gerade ihre erste eigene Wohnung bezogen oder sind Eltern kleiner Kinder. Dabei sind die sozioökonomischen Folgen der Krebserkrankung häufig besonders schwer.

Im JUNGEN KREBSPORTAL können sich die Betroffenen online oder per Telefon mit ihren Problemen an die Experten wenden und erhalten bei Bedarf auch einen Beratungstermin vor Ort.

Mehrere Tausend Nutzer haben die Website www.junges-krebsportal.de seit deren Start vor gut eineinhalb Jahren bereits aufgerufen. Etwa 300 junge Betroffene nutzten das Angebot für die Beratung ihrer konkreten Fragen.

Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts des JUNGEN KREBSPOTALS ist die kontinuierliche Erweiterung der Themenbereiche. Darüber hinaus hat die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs im Frühjahr 2017 eine Innovation im JUNGEN KREBSPORTAL eingeführt: In einem Konsilzugang können sich medizinische Fachkräfte mit dem Beraterteam des JUNGEN KREBSPORTALS austauschen und fachliche Expertise zu speziellen Fragestellungen bei der Behandlung von jungen Krebspatienten einholen.

Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs ist im Juli 2014 von der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. gegründet worden. Sie ist Ansprechpartnerin für Patienten, Angehörige, Wissenschaftler, Unterstützer und die Öffentlichkeit. Weitere Stiftungsprojekte, die zum Teil in enger Zusammenarbeit mit den jungen Patienten, Fachärzten und anderen Experten entwickelt wurden, bieten direkte und kompetente Unterstützung für die Betroffenen in ihrem Alltag mit der schweren Erkrankung.

Die Arbeit der Stiftung ist als gemeinnützig anerkannt und wird ausschließlich durch Spenden finanziert.

(Die im Text angegebene Genderform gilt für beide Geschlechter.)